Germanist

Meine Leidenschaft für die deutsche Sprache und Literatur begann auf dem Gymnasium im 10. Schuljahr. Vorher galt meine Begeisterung ausschliesslicb den Naturwissenschaften bzw. der Mathematik. Ich weiss nicht mehr, was der Auslöser dieser Begeisterung war. Ich glaube es war ein Stück von Botho Strauss namens „Kalldewey Farce“ oder „Die Widmung: eine Erzählung“. Wir haben sonderbarerweise nur Autoren bzw. Texte gelesen, die nach dem Zeiten Weltkrieg entstanden sind. Meine Liebe steigerte sich dann mit der Beschäftigung mit dem Text von Klaus Mann: „Mephisto“. Über diesen Text habe ich dann zu Goethes Faust gefunden und damit hat sich ein definitiv unzerbrüchliches Band zur Literatur eingestellt. Meine eigentliche Beschäftigung mit deutschsprachiger Literatur und der Sprache selbt begann nach dem Abitur, zunächst im Selbststudium. Ich hatte den Eindruck, dass ich viel nachzuholen hatte. Und dank der Reklam Bibliothek konnte ich viele Werke sogar besitzen und lesen, wann es mir passte.

Trotz vieler Studien und teils grosser Begeisterung für andere Texte blieben Goethes Faust und Rudolf Steiners Mysteriendramen bisher die wichtigsen Texte in meinem Leben. Viel gelesen habe ich auch Max Frisch. Frisch ist für mivh ein sehr sokratischer Geist, den ich sehr schätze. Natürlich mag ich auch Dürrenmatt. Dennoch haben mich seine Texte bisher kaum zum Lesen angeregt.

Während dem Studium an der Universität Basel habe ich einmal einen sehr dünnen Ratgeber gelesen. Der Ratgeber hatte eine Frage als Titel: „Was sollen Germanisten lesen?“ Die Antwort bestand aus einem einzigen Wort: „Alles“. Wir waren sehr aufgeschlossen am Deutschen Seminar.

Grundsätzlich stimme ich immer noch zu. Ich finde aber auch, dass man sich nivht unnötig zu quälen braucht.

Eine professionelle Literaturkritikerin hat mir einmal auf die Frage, wie sie das aushalte, soviel Texte zu lesen, geantwortet: sie habe noch nie ein Buch gelesen, indem nicht mindestens ein Satz stand, der ihr etwas Neues über das Leben erzählt hat und das sei bereits genug für sie. Ich bewundere noch heute ihre Genügsamkeit und nehme sie mir immer wieder zum Vorbild.

Rembrandt Faust Wikipedia Commons