Google Adwords Certified

Nun bin ich sogar Google AdWords Certified. Gestern und Vorgestern habe ich an einem Bootcamp bei Google Schweiz in Zürich teilgenommen und beide Prüfungen bestanden. Die Prüfung Grundlagen konnte ich mit 97% und die Prüfung Fortgeschrittene Themen mit 90% bestehen. Beides hervorragende Werte.

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Erfolgreich lernen macht Spass. Zumal wenn man von Google – in den gut dosierten Pausen – zusätzlich zum Lernstoff noch mit frischen Früchten, warmen und kalten Getränken und kleinen Häppchen versorgt wird.

Gleichzeitig mit dem Training für die Verwendung dieses Tools erhielt ich viele Einblicke in andere Tools von Google. Zum Beispiel in „MyBusiness„, „Webmaster-Tools“ oder „Analytics„. Zudem konnte ich Verschiedenes über die Werte und Kultur bei Google Schweiz erfahren. Das alles war und ist sehr hilfreich, um nicht nur diese hoch einflussreiche Firma zu verstehen. Es hilft natürlich auch dabei, die Angebote von Google besser, gezielter und effizienter zu nutzen.

Google AdWords zum Beispiel kann man nicht nur nutzen, um per Klick bezahlte Werbung zu schalten, sondern auch um überhaupt eine Sichtbarkeit auf verschiedenen Internet Plattformen anzustreben. Das ist auch an Bedingungen gebunden, aber längst nicht so kostenintensiv wie ich dachte. Überhaupt bietet Google viele Tools, um aus den eigenen Ausgaben den grössten Nutzen zu ziehen.

Ohje, ich bin nun wohl infiziert. … 😉

Das Arbeiten mit Google AdWords hat mir zudem nochmals sehr konkret verdeutlicht, worauf es bei der Gestaltung einer Webseite aus Sicht der Interessierten ankommt. Denn wenn man sich fragen muss, wie man den grössten Nutzen mit einer Google AdWord Anzeige herstellen kann, dann fragt man sich natürlich auch, wie gross der die Klarheit, der Wert und der Nutzen der Webseite an sich ist.

Selbst wenn man keine Werbung schaltet kann die Auseinandersetzung mit Google AdWords (oder vergleichbaren Tools) zu einer markanten Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit der betreffenden Webseite führen. Zumindest bietet diese Auseinandersetzung Möglichkeiten, Verbesserungspotenziale konkret festzustellen. Gegenüber der Nutzung von Google Analytics verschärft die Nutzung von Google Adwords das Interesse am Nutzerverhalten nochmals markant.

Vorbereitend zum Bootcamp habe ich an den Einführungen von Evelyn Leu teilgenommen. Sie hat auch das Bootcamp begleitet und die Teilnehmenden mitbetreut. Das hat alles super geklappt. Den Namen des lebendigen und kompetenten Kursleiters habe ich im Moment vergessen. Daher stellvertretend für alle Beteiligten auf Seiten Google: Vielen Dank Frau Leu.

Blumenreich Ägypten

Die Ausstellung Blumenreich Ägypten im Antikenmuseum Basel ist ein schöner Ort kultureller Erfahrung. Am gestrigen Sonntag habe ich an einer lebendigen und anregenden Führung zur (bis 29.3. verlängerten) Sonderausstellung teilgenommen.

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Der eigentliche Gegenstand oder Auslöser der Sonderausstellung ist auf den ersten Blick recht unscheinbar. Es sind (ich meine) 16 kleinere Zusammenstellungen getrockneter Blumenteile, die bei einer Ausgrabung um 1881 entdeckt worden waren. Das besondere an diesem Fund ist, dass er einen Zugang erlaubt zu den tatsächlichen Bestattungspraktiken des alten Ägyptens. Zugleich wird klar wie aktiv und geschickt die Ägypter die Ressourcen und vor allem auch die Blumen in ihre Rituale und Weltsicht eingebaut haben.

Die Grundlage der alt Ägyptischen Kultur war eine genaue Beobachtung und Analyse der Rhythmen und Gestaltungsprinzipien der Natur im Niltal.

Aus diesen leitete sich ein Unsterblichkeitsglaube ab, der meine eine Theorie auf der Basis von Beobachtung als eine Formulierung psychohygiensicher Hilfsvorstellungen darstellt.

Auf eine beeindruckend klare, sorgfältige und fröhliche Weise haben die Ägypter eine präzise Vorstellung der zyklischen Erneuerung der Natur und aller Lebewesen in ihr gebildet. In diese zyklische Erneuerung haben sie selbstverständlich den Menschen miteinbezogen. Und sie haben erkannt, dass der Mensch nicht nur als Naturwesen dem Werden und Vergehen unterliegt, sondern auch der eigene Geist als erlebendes und gestaltendes Innenwesen.

Allerdings wird der Geist nach dem Tode einer Reihe von Prüfungen unterzogen, um herauszufinden, ob er wirklich schon Bestand haben kann. Um Bestand zu haben, muss der Mensch einiges können. Dazu gehören Selbstbeherrschung, Sprachbeherrschung, Formelwissen und Gemeinwohlorientierung.

Daher wurde um den Tod herum eine intensive kultisch-rituelle Handlungswelt aufgebaut. Zu dieser gehörten nicht nur die bleibenden Formen der Architektur oder Kunst, sondern eben auch die Blumen und Blüten dieser besonderen Natur- und Kulturlandschaft am Nil.

Blumen sind ausgesprochen vergänglich. Das Herstellen aufwendiger Kränze, Girlanden und Schmuckketten wird trotz der geringen Haltbarkeit durchgeführt. Solche Aktivitäten sind selber Vergegenwärtigungen der Vergänglichkeit und weise über das Tätigsein und die Intention der Tat bereits über diese hinaus.

Wenn solche blütenzarte Schmuckfunde in Spuren nach über 3000 Jahren bei einer Graböffnung gesichert werden, dann berührt das nochmals besonders. Und angesichts einer Welt voller Unsicherheiten wird das Zubereiten von Blütenschmuck zu einem besonderen Weckruf.

Es sind für mich die Vorbereitungen auf die nachtodlichen Prüfungen und die Erinnerung an das ewige Werden und Vergehen, was mir sowohl Menschlichkeit vergegenwärtigt als auch Wesentliches erkennbar macht.

Beim Dalai Lama in Basel

Anfang Februar war ich an der Wochenend-Veranstaltung beim Dalai Lama in Basel und habe an seinen Belehrungen und dem Abhisheka mit Avalokiteshvara teilgenommen.

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Die Belehrungen betrafen die Grundlagen zur Schaffung von Bodhichitta, dem Erleuchtungsgeist. Nicht alle geistigen Qualitäten sind geeignet, höhere Formen des Bewusstseins hervorzubringen. Die Hervorbringung der Buddha-Qualität des Erwachens braucht ein Training von Bodhichitta.

Zwei Bedingungen sind dafür zentral: die Einsicht in Interdependenz aller Erscheinungen und die richtige Motivation. Die richtige Motivation ist dadurch gekennzeichnet, dass die Erleuchtung nicht nur für einen selber oder die einem nahe stehenden Menschen und Tiere angestrebt wird, sondern zum Wohle aller empfindenden Wesen, oder aller Wesen, die das Potenzial zur Buddhaschaft besitzen.

Buddhaschaft wird oft dadurch gekennzeichnet, dass der Geist frei geworden ist, von allen Ursachen des Leidens und zugleich alle Ursachen des Glücks verwirklicht hat. Es geht also darum, den eigenen Geist zu transformieren oder umzugestalten. Er soll weder für einen selbst noch für andere Impulse enthalten, die Leiden verursachen.

Persönlich reicht es mir, wenn ich einige Qualitäten meines Geistes transformiere und mein für mich und durch mich selbst verursachtes Leiden in mir und für andere reduzieren kann. Wenn ich weniger dazu beitrage, mich und andere und die Welt krank zu erhalten oder kränker zu machen und wenn es öfter gelingt, zum Wohle der anderen, der Welt und mir beizutragen. Ich kann mir zurzeit nicht vorstellen, einmal alle Ursachen von Leid für mich und andere aus meinem Geist umgewandelt zu haben oder umwandeln zu können. Ich bin auch ganz zufrieden ein Mensch unter Menschen zu sein und habe keinen konkreten Plan heilig oder komplett rein zu werden. Ich denke auch, dass solche Ziele leicht zu einem Zwang werden können, aus dem selber Zwänge für sich und andere entstehen, die dann wieder Leiden erzeugen. Und da ich keine Erfahrung über den kompletten Weg habe, gilt es sich aus meiner Sicht auf diesem Weg voranzutasten, um grobe Fehler möglichst zu vermeiden.

Aus meiner Beschäftigung mit der transformatorischen Arbeit am eigenen Geist, mit den Methoden des tibetischen Buddhismus und anderen Übungen, habe ich gelernt, dass es besser ist, gute Lehrer oder Begleiter zu haben, um auf diesem Weg nicht zu Schaden zu kommen. Denn diese Arbeit ist wie eine Bergtour, die man je nach Gratwanderung nur mit einem Bergführer oder zumindest gut vorbereitet unternehmen sollte. Man sollte sich den Weg gut erklären und vor allem auch Probleme und Gefahren aufzeigen lassen. Damit habe ich keine Probleme, denn ich besuche gerne Schulungen und Fortbildungen. Man kann sich viel Ungemach und Zeit ersparen. Die Vorteile überwiegen in der Regel die Nachteile, wenn man sich auf ein passendes Training einlassen kann.

Das Training durch den Dalai Lama empfand ich als anspruchsvoll und solide. Es war zudem gut dosiert, klar und methodisch. Der „ozeangleicher Lehrer“ (Übersetzung von tibetisch Dalai LamaTendzin Gyatsho sprach persönlich, konkret und reflektierend. Er machte keine Vorschriften oder verkündete Dogmen. Vielmehr lud er zum aktiven Denken, Hinterfragen und die Suche nach hilfreichen Qualitäten des Denkens und der geistigen Anschauung ein. Es ging in den Belehrungen um die Suche nach einer hilfreichen und förderlichen Anschauung der Existenz oder dem Prinzip des Existierens. Die Grundthese lautet: Nichts in der sinnlichen Wirklichkeit existiert für sich selbst und aus sich selbst. Diese intersubjektive und interobjektive Abhängigkeit allen Lebens und aller Erscheinungen bedeutet zugleich deren Leerheit. Denn alle Erscheinungen sind abhängig von anderen Erscheinungen. Keine kann für sich und aus sich selbst allein erscheinen. Die Einsicht in die Abhängigkeit aller Erscheinungen führt zur Einsicht, dass unser eigenes Leben auf alles um uns herum angewiesen ist. Das alles um uns herum eine Bedingung unserer eigenen Erscheinung, unseres Lebens und unseres Dasein ist. Und diese Einsicht kann das Mitgefühl entfachen, vor allem mit allen anderen fühlenden oder empfindenden Wesen.

Mitgefühl und Einsicht wurden vom Dalai Lama als die Bedingungen gekennzeichnet, damit Bodhichitta entstehen kann. Ohne Mitgefühl oder Einsicht bleibt der Erleuchtungsgeist inaktiv. Und es entstehen vielleicht noch Mitleid und Verständnis. Denn Mitleid ist ein Mitleiden (so denke ich) und Mitgefühl ist sowohl Dankbarkeit wie Respekt und eher glückliches Lieben als betroffenes Mitleiden. Verstehen aber bleibt aussen, während die Erkenntnis sich (meist kurz) verbindet. Die Einsicht bleibt im Schauen verbunden. Und ich stelle mir vor, dass Erleuchtung eine permanente Einsicht und damit ein ungebrochenes Verbundensein bedeutet.

Für mich waren das zwei wunderbare und hilfreiche Tage mit dem Dalai Lama in Basel. Ich habe einen lebendigen, klaren und meist vergnügten Mann erlebt, der bald 80 Jahre alt wird. Ich hoffe sehr, dass er noch einige Jahre wirken wird und das sich vielleicht nochmals die Möglichkeit ergibt, durch persönliche Anwesenheit im selben Raum Belehrungen zu erhalten.  Von hier aus nochmals meinen Dank an diesen besonderen Menschen und die Organisatoren, die mit Engagement und Freude solche Belehrungen ermöglicht haben.

 

Erfreuliche Kickstart-Meditation

Das Online-Jahres-Coaching Human Trust ist mit einem anregenden Vortrag von Veit Lindau gestartet. Die einleitenden Worte zum Kickstart beschliesst Veit mit einer erfreulichen Meditation ( ab 1:07:45 h). Ich arbeite seit vielen Jahren daran, mein eigenes höheres oder wahres Selbst immer mehr und bewusster in mein Leben zu integrieren. Und da ist es eine schöne Überraschung, zu erleben, dass auch dieses Programm mich genau zu dieser Verbindung einlädt!

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Es ist ja eigentlich komisch von einem wahren Selbst zu sprechen. Denn das unterstellt ja, dass es ein falsches Selbst geben könnte. Das sehe ich aber nicht so. Es gibt für mich das Selbst und das Ich, oder das kleine und das grosse Selbst. Das kleine Selbst oder Ich (im Sinne des Alltagsbewusstseins) sind im grossen Selbst enthalten. Falsch ist nur, wenn wir das Alltagsbewusstsein und Selbst(-verständnis) als das einzige oder ganze Selbst betrachten. Das ist – in meinen Augen und meiner Erfahrung nach – eine unvollständige Betrachtung des (eigenen) menschlichen Wesens.

Ein Ziel des aktiven Meditierens ist, dass die Meditation sich spontan und ungerufen einstellen kann. Das aktive Meditieren ist eine Vorbereitung und Angewöhnung. Wenn das Prinzip etabliert ist, integriert sich die Meditation, das Meditieren oder die meditative Erfahrung immer mehr in den Alltag. Neben dem Wachen, Schlafen und Träumen entsteht so ein vierter Bewusstseinszustand, eine vierte Dimension des Bewusstseins.

Im Grunde ist Meditation ein ganz natürlicher Zustand, der in manchen Kulturen auch von klein auf geübt wird. In der christlichen Kultur ist des die Hinwendung an Gott im Gebet, wenn diese eine Zwiesprache, ein Gespräch mit Gott ist.

GOTT ist für mich ein Akronym.
G – Generieren (Herstellen, Erschaffen, Bilden)
O – Organisieren (Ordnen, Erhalten, Strukturieren)
T – Terminieren (Beenden, Töten, Zerstören)
T – Transformieren (Umgestalten, Verändern, Umbauen)

Die Wirklichkeit ist eine dynamische Aktivität, die von diesen vier Faktoren zugleich durchdrungen, erzeugt, erhalten und verändert wird. Alles ist in GOTT, durch GOTT und aus GOTT. …

Und ich persönlich bin der Auffassung, dass die Aktivität nicht nur mich hervorbringt, sondern dass ich in meinem Wesen, meinem Selbst, selbst ein Teil dieser Tätigkeit bin. Ich begreife mich als ein Wesen, das im Kleinen dasselbe tut, wie das grosse Ganze. Ich bin ein mikrokosmisches Gleichnis des grossen Ganzen. Denn ich bin nicht verschieden von dem Makrokosmos, sondern agiere zugleich in ihm, aus ihm und mit ihm. Damit berühre ich das Rätsel und (offenbaren) Geheimnis des individuellen Daseins und eben auch meines und jeden individuellen Seins.

Human Trust 2015 – ein Selbstversuch

Heute hat das Jahr 2015 begonnen. Und ich bin gespannt auf den Human Trust, dem Jahrescoaching- und Lebensfreudeprogramm von Veit Lindau und Co.

Human Trust 2015
Human Trust 2015 (Zitat von Webseite veitlindau.com)

Es wird ja nicht so gemütlich werden wie dieses Bild auf den ersten Blick erscheint. Wenn man genauer hinsieht lagert sich Goethe da gekonnt auf eigentlich recht ungemütlichen Ruinen. Und das ist für mich schon ein Motiv für dieses Jahr: die gekonnte Gelassenheit.

Antike Ruinen können in der Hitze des Sommers wunderbar kühlend wirken. Zugleich vergegenwärtigen sie einerseits die Vergänglichkeit aller Leistungen des Menschen und andererseits zeigen sie uns, wozu Menschen in der Vergangenheit sich ermutigt haben.

Die Leistungen, die für den Menschen wirklich bedeutsam sind, stammen in der Regel von anderen Menschen. Kultur entsteht nur durch Geben und Nehmen zwischen oder in der Gemeinschaft von Menschen. Das ist ein anderes wichtiges Motiv für mich in 2015.

Während Erkenntnis in der Regel nur alleine zu erringen ist, kann die Erkenntnisarbeit durch den Austausch und die Begegnung mit anderen, mit denen man Interessen gemeinsam hat, nur wachsen.

Das Experiment, zu dem Veit Lindau und Team nun zum dritten Mal aufruft, ist selber gewachsen. In der gleichzeitigen Gemeinschaft mit anderen, die sich gleichen Themen und Fragen widmen, entsteht ein Feld der Ermutigung und Unterstützung. Dieses Jahr nennen sie dieses Feld Human Trust. Die letzten beiden Jahre hiess das Projekt Living Master Club.

Der neue Titel gefällt mir besser. Erstens bin ich nicht so der Clubteilnehmer und zweitens habe ich nicht den Anspruch, mich als „Living Master“ zu betrachten oder beachtet zu werden.

Als Mensch mit einem grossen Hunger nach Anregung und Schulung, die sowohl gehaltvoll als auch lebenspraktisch ist, bietet das Buffet, das im Human Trust angerichtet wird, eher eine Verlockung zur Über- als zur Unterernährung. Und sicher wird eine Herausforderung sein, neben allem anderen, das richtige Mass zu finden.

Ich selber habe sonst keine Erfahrung mit All-inclusive-Angeboten. Dieses Paket spricht mich aber gerade auch durch das umfassende Angebot an, das zu einem günstigen Tarif für ein Jahr zu erhalten ist.

Es gibt zwar bereits soviel gutes und kostenloses Material im Netz, von Veit Lindau wie auch von vielen anderen, dennoch ist die begleitete und motivierende Auseinandersetzung mit solchem Material nochmals was ganz anderes. Das habe ich durch meine Teilnahme im Living Master Club 2013 bereits erlebt.

Und da Veränderung nun mal leicht 6-18 Monate braucht, ist das Ergebnis für mich jetzt ein Jahr nach Ende meiner Teilnahme viel sichtbarer als bereits am Ende von 2013. Und ich bin Veit Lindau und Co für ihr Engagement und das Aufsetzen dieses Projekts sehr dankbar.

Natürlich sehe ich manches vielleicht etwas anders und würde es selber anders gewichten. Das schöne an einem Buffet ist ja, dass man sich das Heraussuchen kann, was gerade für einen stimmt und schmeckt.

Dazu passt auch ein Motiv aus einem anderen Projekt, das mich 2015 beschäftigen wird. Goethes Faust am Goetheanum. Ich werde die Regie dramaturgisch unterstützen.

Im „Vorspiel auf dem Theater“ heisst es:

Die Masse könnt Ihr nur durch Masse zwingen,
Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.

Und das wünsche ich mir für beide Projekte und alles andere, was ich tue. Und das es gelingt, werde ich nach Kräften daran mitwirken. Und ich bin bereits sehr gespannt, was ich alles aus diesem Jahr mitnehmen werde.

Sollte jemand, der diesen Beitrag liest, auch im Human Trust oder bei Faust am Goetheanum mitmachen, wäre ich froh, er oder sie würde sich bei mir melden. Ich würde gerne persönlich mehr erfahren und besprechen. Vielen Dank.

 

 

Online-Content-Marketing

Ich lerne gerne, auch zum Thema Online-Content-Marketing. In einem Innermetix Persönlichkeitsprofil, dass ich vor einigen Wochen über Veit Lindau habe erstellen lassen, heisst es sinngemäss: Hecheln sie nicht von einer Fortbildung zur nächsten. Im November 2014 war es nun doch ziemlich so. Gestern war ich an einem gratis Abendseminar vom Institut für Jungunternehmer (IFJ) im Technopark in Zürich. Ich bereue es aber nicht. 🙂

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IFJ Technopark ZH Nov 2014

 Qris Riner, von der Online Agentur Nemuk, hat sowohl einen systematischen wie auch sehr persönlichen Abend gestaltet. Interaktiv gab er auch konkrete Anregungen zu den Situationen der Teilnehmenden. Praktisch alle Anwesenden konnten eine Mini-Beratung erleben.

Das Format an sich ist ja immer auch ein bisschen eine Werbeveranstaltung. Ich sehe es aber vor allem als Möglichkeit ganz konkret und praktisch in die Arbeit und Expertise anderer zu erhalten.  Die paar Kurse und Abend, die ich beim IFJ besucht habe, waren immer vom Startup- oder Jungunternehmer-Spirit geprägt. Auch Qris ist eine  Persönlichkeit, die immer wieder Lust und Freude am Aufbruch hat. Ich mag die Begegnung mit solchen Menschen, weil sie immer motivierend ist. Menschen wie Qris fällt es relativ leicht authentisch zu sein, weil sie anders gar nicht erfolgreich sein können. Und weil sie das gemerkt haben und dazu stehen, haben sie auch Erfolg. Das ist zumindest mein Eindruck.

Natürlich ist da noch ein beeindruckendes Mass an Fachkompetenz, Leidenschaft und nüchterner Kalkulation. Denn von alleine kommt auch bei einer noch so interessanten Persönlichkeit kein Business in Gang. Ein zentrales Thema des gestrigen Abends war daher Strategie. Und Strategie ohne Ziele macht keinen Sinn.

Strategie als militärische Metapher ist ein Plan. Ein Plan der die Einschätzung des Geländes, der eigenen Ressourcen und der Widerstände auf dem Weg zum Ziel beinhaltet und verwendet. Folgerichtig ging es gestern um drei Fragen: Was kann ich? Welche Ressourcen kann ich nutzen (Wieviel Zeit oder/Geld kann ich selber einsetzen)? Und was suchen meine Kunden und Kundinnen?

Der andere für mich immer wichtigere Fokus ist die Frage nach den Schnittmengen. Wo treffen sich meine Stärken und Interessen mit denen meiner Geschäftspartner? Wo ergänzen wir uns? Wo konkurrieren wir? Wo gibt es Abgrenzungsnotwendigkeiten und wo liegen Synergiepotenziale?

Daneben gab es auch ganz praktische Tipps. Qris hat erzählt, was er selber macht, was für ihn ein sinnvolles Vorgehen ist. Und welche Tools er gerne nutzt. Auch wenn uns sicher nicht alles verraten hat, was ihn erfolgreich macht, stellen seine Anregungen eine solide Ausgangsbasis für das praktische Arbeiten dar. Dabei standen zwei Themen besonders im Zentrum: Suchmaschinenoptimierungen und Contentdistribution.

Ich fand das einen sehr anregenden Abend. Danke Qris und danke IFJ.

Gemeinwohlökonomie

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Quelle:.ecogood.org/

Gestern besuchte ich einen Vortrag mit Aussprache von Christian Felber zur Gemeinwohlökonomie. Der Vortrag fand im Rahmen der Ringvorlesungen 2014  „Leben 3.0“ am Campus Basel der FHNW Basel statt. In seinem Beitrag beleuchtete der Österreicher Christian Felber die Entstehungsgeschichte seiner Arbeit sowie die Entfaltung des Konzepts in der Kooperation mit anderen. Inzwischen ist die von dieser Gemeinschaft entwickelte „Gemeinwohlökonomie“ eine kleine Bewegung mit grosser Ausstrahlung geworden. Herr Felber selber hat für seine Arbeit verschiedene Auszeichnungen erhalten und wirkt nicht nur als Hochschuldozent und Autor, sondern auch als Berater und viel gefragter Redner.

In seinem Referat hat Herr Felber immer wieder darauf hingewiesen, dass die Gruppe von Menschen mit denen er arbeitet, auf einem Weg sei. Es ginge nicht darum, das bereits Erarbeitete als eine endgültige Form oder abschliessende Grundlage zu begreifen. Es ginge viel mehr darum, sich auf die Grundfragen und Anliegen der Engagierten einzulassen. Viele würden sich in der Ausgangslage der Reflexion und der Anstrengungen wieder finden. Und das sei das Wichtige. Denn unser Wirtschaftssystem habe sich von den Anliegen, die in den meisten demokratischen Verfassungen zu finden sind, nicht nur distanziert. Es arbeitet diesen Anliegen oft sogar direkt entgegen. Denn in diesen Verfassungen wird das Gemeinwohl in der Regel als Ziel genannt. Da dieses aber oft nicht näher definiert sei, brauche es hier konkrete Ausformulierungen und Messsysteme. Diese fehlen in der praktischen Umsetzung der demokratischen und verfassungsrechtlichen Anliegen bisher. Stattdessen gebe es vor allem monetäre Auswertungen wie das Bruttosozialprodukt, die über zentrale Themen des Gemeinwohls jedoch keine Auskunft geben können.

Die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der letzten 100 Jahre zeige deutlich, dass wir neue Kriterien bei der Gestaltung der Parameter zum Messen gesellschaftlichen Wohlbefindens und Fortschritts benötigen. Und es müsse klar sein, dass Geld nicht das einzige Ziel des Wirtschaftens sei, sondern vor allem ein Mittel. Wirtschaftliche Aktivitäten müssen frei sein, aber frei im Sinne aller anderen gesellschaftlichen Rechte und Pflichten. Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo diese Freiheit die eines anderen  Menschen zu stark beschränkt oder Leib und Leben gefährdet (etc.).  So könne man nicht überall mit Tempo 200 km/h durch die Strassen fahren, auch wenn es technisch möglich wäre. Die Sicherheit und das Wohlergehen der anderen verbietet dem Einzelnen solch ein Verhalten in vielen Fällen.

Es bestehen also dort, wo es offensichtlich und direkt wahrnehmbar ist, sinnvolle Einschränkungen, die dem Gemeinwohl bereits dienen. Hier gelten keine monetären Massstäbe, sondern allgemein verbindliche Gesetze.

Die Bewegung für eine Gemeinwohlökonomie möchte eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Thema Gemeinwohl, um der Wirtschaft klare Vorgaben zu machen, die wie im Strassenverkehr einzuhalten sind.

In der Praxis würde die Gemeinwohl Ökonomie möglicherweise Auswirkungen haben, die gegenwärtige Entwicklungen ihrerseits vollständig auf den Kopf stellen könnten – oder wie Herr Felber meinte: zurück auf die Füsse. Als Beispiel führte Herr Felber ein Projekt an, dass in einem Schweinestall 100’000 Tiere halten will. Als Wohlfühlgrösse der Schweinerotte wurde in einer akademischen Studie jedoch unlängst die Zahl 7 ermittelt. Wenn man also zukünftig Grossprojekte mit 100’000 Schweinen realisieren wolle, müsse man in Zukunft zudem berücksichtigen, dass Schweine sich selber in Gruppen zu sieben wohlfühlen. Vielleicht sei es dann sogar sinnvoller, die Obergrenze von Schweinezuchten auf ein Vielfaches von 7 zu begrenzen und den Nachweis auf artgerechte Haltung einzufordern. Gibt es dann nur noch Schweinezuchten mit maximal 50 Tieren? (Das war die Zahl die Herr Felber als eine mögliche Obergrenze nannte.)

Die Argumentationen von Herrn Felber bezogen sich immer wieder auf Grundelemente einer durch alt-griechische Philosophie geprägten Denkhaltung. Dazu gehören das menschliche Mass, die Klarheit der Begriffe, die Einheit von Wortsinn und Aussage und anderes. Werte und Anliegen seien zentral. Und diese können vor allem durch ein Universalstudium, das sich mit den Grundlagen des Menschseins befasst, gepflegt und gesellschaftlich integriert werden.  Solche Universalstudien sollten in der Auffassung von Felber allen anderen Studien vorausgehen. Eine Frage, die zu stellen und zu behandeln ist, wäre wohl auch: Was bedeutet es, ein gutes und glückliches Leben zu führen?

Das erinnert mich an einen TEDx-Talk zum Thema Hackschooling von einem Jungen namens Logan LaPlante, der auf die Frage der Erwachsenen „Was er denn mal werden wolle?“ in eine ganz andere Richtung dachte, als man allgemein von ihm erwartete. Denn die einzige Antwort auf diese Frage, die für ihn Sinn machte, war/ist: glücklich. Er wolle glücklich sein. Und daraus resultiere eine ganz andere Suchbewegung. Denn nun ginge es darum sich vor allem zwei Sachen zu fragen: Was macht Menschen glücklich? und Was macht mich zu einem glücklichen Menschen? – und zwar umfassend.

Dabei stellt sich die Frage nach den Grundlagen der Moral (also der Sitten und Gebräuche) bzw. der Ehtik (dem Verstehen der Grundlagen sozial sinnvollen und verantwortlichen Verhaltens und Handelns). Kann die Wissenschaft eine Ethik erarbeiten, die für alle gelten kann? Der Neurowissenschaftler und Philosoph Sam Harris folgt dieser Frage auf interessante Weise – aber für mich nicht völlig überzeugend. Seine Überlegungen präsentiert er in seinem TED talk : „Science can answer moral questions„. Ich denke, es lohnt sich diesen Fragen weiter nachzugehen.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Gemeinwohlökonomie wirft also aus meiner Sicht kontextuell Fragen auf, die weit über die Frage nach der Gestaltung der Ökonomie hinaus gehen. Es ist im Grunde die Frage: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben? die sich hier stellt. Und dabei gibt es für mich zunächst nur eine Antwort: Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die mir erlaubt, sie in allen Dimensionen mitzugestalten, und die mir Gelegenheit gibt, meine Talente und Begabungen in ihr und mit ihr zu entfalten. Unterstützt von anderen und bereit andere zu unterstützen.

Ich fand das Credo der drei Musketiere immer ein Sinnbild für eine wünschenswerte Gesellschaft, indem keine Notwendigkeit zum Krieg gegen andere liegen muss: einer für alle und alle für einen.

Symbolische Verfahren

Seminar Klinik Schützen
Seminar Klinik Schützen

Gestern konnte ich an einem Intensivseminar zum Thema „Trauma und Körper“ in der Klinik Schützen in Rheinfelden (CH) teilnehmen. Mein besonderes Interesse galt dabei den Ausführungen von Frau Dr. Hinnenthal über die Anwendung von Symbolischen Verfahren in der Therapie. Ich habe ja im Herbst 2001 die Symbolische Arbeit von Phyllis Krystal kennen gelernt und befasse mich seither mit diesem Thema.

In einem sehr angenehmen Seminarrahmen trafen sich nicht ganz 60 interessierte Menschen unterschiedlicher therapeutischer Richtungen, um sich im Rahmen des Arbeitsfeldes Psychosomatik mit Auswirkungen von Traumatisierung auf das Erscheinungs- und Verhaltensbild von Menschen zu befassen. Ich habe dieses Arbeitsfeld durch die offenen Fortbildungsreihe Psychosomatik am Universitätsspital Basel kennen gelernt. Auf dem zugehörigen Internetportal finden sich unter anderem Hinweise auf interessante Veranstaltungen in der Region.

Frau Dr. Hinnenthal hat uns mit ihrem Kollegen Herrn Prof. Dr. Schmidt aktuelle Einsichten in den Zusammenhang von Trauma und Körper aufgezeigt. Dabei gab es einige erschütternd erhellende Einsichten in Konversionsstörungen, die man deutlich nicht nur bei in Behandlung befindlichen Menschen finden kann. Wir sind wohl eine Kultur, die den aufwachsenden Menschen nicht die optimalen Bedingungen zu einer unbelasteten und gesunden Entfaltung ihrer Menschlichkeit ermöglicht.

Bei der Behandlung von Konversionsstörungen geht es neben der Behandlung von akut funktionalen Störungen im Körper (z.B. von Lähmungserscheinungen) um die Integration der dissoziierten Anteile oder Aspekte der jeweiligen Persönlichkeit bzw. Biografie. Ein Grundthema bei der Integration von dissoziiertem Material ist das Gedächtnis. Unser Gedächtnis kann in unterschiedliche Bereich gegliedert werden. Allgemein bekannte Gliederungen sind etwa die Unterscheidung von Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis.

Ausgangspunkt der Ausführungen von Dr. Hinnenthal war die Tatsache, das Menschen lernende Organismen sind. Lernen ist eine zentrale Qualität, Eigenschaft und Fähigkeit unserer Menschlichkeit. Menschen sind für das lebenslange Lernen organisiert. Und damit spielt die Organisation und Wirksamkeit des individuellen und kollektiven Gedächtnis eine zentrale Rolle bei der Gestaltung und dem Erscheinungsbild von menschlichem Verhalten.

Wenn es subjektiv oder intersubjektiv belastende Verhaltensweisen von Menschen gibt, dann können symbolische Verfahren helfen, in den Dialog mit dem Gedächtnis zu gehen. Es ist dabei möglich, dass Gedächtnis nicht nur zu befragen, sondern auch umzugestalten. Dabei geht es nicht um die Manipulation der tatsächlich faktischen Ereignisse im deklarativen Gedächtnis. Es geht vielmehr um die Modifikation der gelernten Erlebnis- und Verhaltensmuster im prozeduralen Anteil des Langzeitgedächtnisses.

Unsere interne Lernorganisation hat wohl vor allem zwei Aufgaben: uns zu schützen und uns zu befähigen. Die Lernorganisation verarbeitet dazu passiv wie aktiv gemachte Erfahrungen nicht nur im Hinblick auf deklarative Optionen, sondern auch im Hinblick auf Verhaltensweisen und Reaktionsmuster. Wir haben gewissermassen nicht nur organisch allgemeine Reflexe, sondern auch psychomotorisch und psychosensorisch gelernte und gewissermassen automatisierte Reaktions-, Erlebnis- und Verhaltensmuster.

In der Arbeit mit symbolischen Verfahren geht es – meinem Verständnis nach – darum, der jeweils individuellen Lernorganisation Raum für die erneute Verarbeitung und Beurteilung der bereits vergangenen, also zurückliegenden Erlebnissen zu machen. Das hilft insbesondere bei der Integration von Erfahrungen, die zum Zeitpunkt des konkreten Erlebens die eigene Lernorganisation überfordert haben.

Die symbolischen Verfahren stützen sich dabei auf die Erfahrung, dass die Lernorganisation des Menschen mit sehr effizienten Instrumenten zu arbeiten scheint, sowohl auf neurologischer wie auf prozeduraler Ebene. Dieses wird unter anderem durch die Traumdeutung klar, die aufzeigt, wie komplexe Erlebnis- und Verhaltenswirklichkeiten symbolhaft repräsentiert werden. Symbole und symbolische Verfahren scheinen daher besonders dafür geeignet zu sein, den konstruktiven Umgang mit der Lernorganisation und dem Gelernten zu unterstützen. Diese Arbeitsweisen ermöglichen – nicht nur der belasteten Persönlichkeit – sowohl Einblicke als auch Veränderungsmöglichkeiten für ein integrierteres, authentischeres und damit auch gesünderes und glücklicheres Leben.

Es erscheint zwar strittig, ob die gelernten Verhaltens- und Erlebnismuster komplett gelöscht werden können. Unbestritten ist aber die Erfahrung, dass sie in der Regel und ohne Zweifel modifiziert und ggf. entmachtet werden können. So gesehen ist eine positive Beeinflussung des prozeduralen Gedächtnis immer möglich. Denn Lernen – auch im Sinne von sich verändern und sich verbessern – ist für fast alle grundsätzlich immer möglich.

Die Ausbildung im Umgang mit symbolischen Verfahren kann – so meint Dr. Hinnenthal und ich stimme ihr hier zu – nur durch Selbsterfahrung und vor allem durch die Zusammenarbeit mit bereits erfahrenen Menschen gelernt werden. Ein kognitives bzw. theoretisches Studium bietet hier keine wirkliche Erkenntnis- und schon gar nicht eine Verfahrensgrundlage. Zumal die wenigsten erfahrenden Therapeuten über ihre Arbeit schreiben und Rezepte und Konzepte nicht ausreichen. Denn es geht hier vor allem um prozedurales Lernen, das theoretisch nicht vermittelt werden kann. Es geht um die Schulung von vor allem rechtshemisphärisch lokalisierten Fähigkeiten, die mit Intuition, Achtsamkeit und Empathie zu tun haben.

So gesehen war ich sehr dankbar, dass ich nicht nur den vorgesehenen einen praktischen Block bei Frau Dr. Hinnenthal absolvieren konnte, sondern diesen am selben Tag gleich nochmals absolvieren durfte. Ich verzichtete dazu auf die eigentlich vorgesehene Teilnahme am Block mit Prof. Schmidt.

Auf die konkret (in Ansätzen) demonstrierten Verfahren kann ich hier nicht näher eingehen. Den grössten Raum nahm eine Methode ein, die Frau Hinnenthal von Wilfried Schneider gelernt hat. Sie stellte uns eine Variante der Arbeit mit der Lebensstrasse vor, die sie mit einer Kollegin selber nutzt. Diese Methode stellt Herr Schneider auf seiner Webseite in Zusammenhang mit dem Therapiekoffer 4 dar.

Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, dieses Ein-Tages-Intensivseminar absolviert zu haben. Dieser Tag hat mir nicht nur interessante Einsichten in den Stand von Forschung und Therapie insbesondere bei Konversionsstörungen ermöglicht. Er hat mir auch – wie erhofft – die Möglichkeit gegeben, meine eigene Erfahrung und Arbeit mit den symbolischen Verfahren der Phyllis Krystal Methode in einen allgemeineren Rahmen einzuordnen. Dabei freue ich mich immer wieder über die Tatsache, dass offensichtlich ganz verschiedene Menschen, mit ganz verschiedenen Vorbildungen auf dieselben menschlichen Grundlagen stossen und in den Grundintentionen und Verfahren sehr verwandte oder in bestimmten Aspekten sogar gleiche Lösungsansätze entwickeln.

Selbstausdruck

Gestern Abend war ich – statt wie geplant im Schaulager – spontan an einem Abend mit Vortrag und Heilmeditation bei einer Veranstaltung des PSI-Zentrums Basel mit Alexander Vonlanthen. Der bodenständige Schweizer, Jahrgang 1971, hat einen mehrteiligen Abend von ca. 3 Stunden Länge gestaltet. Im ersten Teil ging es um einen sanften Einstieg mit Fragen und Antworten zu Motivation und Erfahrungen. Gleichzeitig machte er deutlich, wie er sich und seine Arbeit sieht. Das ging praktisch nahtlos in einen Vortrag über, der an Themen anknüpfte, die vorher angesprochen worden waren. Nach dem Input konnte dann jeder individuell etwas fragen. Wobei von den rund 30 Anwesenden ca. die Hälfte auf diese Gelegenheit verzichteten. Nach der Pause gab es eine Demonstration mit Heilarbeit und dann eine Heilmeditation, bei der Alexander Vonlanthen zu jedem Einzelnen ging und eine energetische Heilbehandlung durchführte, wobei er in einer indianisch klingenden Sprache redete. Er hatte uns vorgewarnt, dass er in Trance dann meist die Augen verdrehe, so dass man nur das Weisse sehen würde und er würde oft in Sprachen sprechen, die er selber sonst nicht beherrsche.

Der Abend war insgesamt sehr sympathisch, gerade auch wegen der unspektakulären und selbstkritischen – ja wohl sogar teils selbstskeptischen Art –  des Redners. Das Grundmotto war: offen sein. Das meint soviel wie: in einem lebendigen Dialog mit sich und dem Moment sein, der gerade ist. Als Kernmotiv des Vortrags und der Fragenbeantwortung ist mir die Betonung des lebendigen, kreativen und vom Herz ausgehenden Selbstausdrucks geblieben. Der Kopf und das Wissen sollen nur als Kompass oder Orientierung dienen. Oder sie sollen Know-How zur Verfügung stehen, um das umzusetzen, was das Herz will.

Ich finde das ein sehr spannendes Feld: das Herzwollen. Denn es steht tatsächlich als etwas Selbständiges da im Menschen. Es gibt das  ausgedachte Wollen, was eigentlich ein Müssen oder Sollen ist. Und es gibt das instinktive Wollen, was eigentlich auch ein Müssen oder Nicht-anders-Können und kein persönliches Wollen ist. Wie ist das genau mit dem Herzwollen als Voraussetzung eines authentischen, persönlichen Wollens? Hier liegt anscheinende die Quelle des Selbstausdrucks. Warum aber ist es dann für viele (zurzeit) so oft so schwer dieser Quelle treu zu bleiben?

Im Grunde alle Stimmen im Saal rangen mit dieser Frage.

Film über Alexander Vonlanthen

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Lama Kunsang
Lama Kunsang (Photo: Thich Hue An, phatmon.ch)

Am Sonntag (12.10.2014) war ich bei einer Belehrung über den Achtfachen Pfad in der Tradition des tibetischen Buddhismus durch Lama Kunsang. Es war eine wunderbare Erfahrung. Auf seine anschauliche und lebendige Art berichtete uns Lama Kunsang aus der Biografie von Gautama Buddha. Dieser hatte nach der Erfahrung der Erleuchtung den Eindruck, dass es keinen Sinn mache, andere Menschen über seine Erfahrung zu belehren, weil ihn doch niemand verstünde. Schliesslich sah er auf Anregungen anderer jedoch ein, dass er zumindest den Versuch unternehmen müsse, das Erlernte und Erfahrene an andere Lebewesen weiterzugeben. Denn er hatte die Erleuchtung und Erlösung von allem Leiden ja nicht nur für sich, sondern zum Wohle aller Lebewesen angestrebt und erreicht.

Ohne hier näher auf Inhalte der Belehrung durch Lama Kunsang einzugehen, gibt es doch einen Satz aus seinen Erzählungen, den ich hier festhalten möchte. Denn dieser Satz scheint mir bemerkenswert, zumal für die damalige Zeit. Anscheinend forderte bereits der Gautama Buddha von Anfang an seine Zuhörer dazu auf, ihre eigene Intelligenz zu nutzen. Sie sollten prüfen, ob ihnen das Gesagt plausibel, verständlich und hilfreich erschien. Und ob die Wirkung der Belehrung hilfreich sei. Lama Kunsang nutzte ungefähr folgende Worte: Nun, da ihr sie schon mal habt, nutzt sie auch. Prüft den Lehrer. Prüft das Gelehrte. Prüft die Lehre. Ist sie hilfreich? Ist sie verständlich? Ist der Lehrer vertrauenswürdig?

Ich finde das beachtlich. Bisher hatte ich den Eindruck, dass autoritätsfreies Lernen unter Einbeziehung des eigenen Urteilsvermögens etwas ist, was erst die Neuzeit fordert und fördert. Vielleicht abgesehen von einzelnen altgriechischen Philosophen und ein paar ihrer Nachfolger. Nun erkenne ich, dass es eine ganz andere, ebenfalls über 2500 Jahre alte Tradition gibt, die das auch fordert und fördert. Und ich muss sagen, das gefällt mir.