Goethes Faust – ein Lebensthema

Es geht mit immer wieder auch um die Auseinandersetzung mit Goethes Faust-Dichtung und den „Vier Mysteriendramen“ von Rudolf Steiner, die (unter anderem) an Goethe anschliessen. Das übergeordnete Thema ist die Auseinandersetzung mit den Bildungsanliegen der kulturschaffenden Mysterien. Dazu gehören unter anderem die griechischen Mysterien der Antike, z.B. Delphi, Ephesos und Samothrake. In der (italienischen) Renaissance wurde diese Bildungstradition wieder belebt. Vor hier aus hat sich diese Art zu denken und zu erkennen in ganz Europa wieder belebt. Allgemein gesprochen handelt es sich hier um die dritte Art des denkenden Erkennens. Die eine Art ist die Induktion (Naturwissenschaft), die andere die Deduktion (Philosophie), die dritte ist die Analogie (Hermetik oder Weisheitswissenschaft). Diese dritte Art des Denkens hat wie die anderen Disziplinen ihre eignen Grundlagen und Verfahren. Wobei das Meditieren über Bilder oder Prozesse eine wichtige Vorgehensweise darstellt. Sichtbar produktiv wurde diese Art zu denken in vielen Werken der bildenden, dramatischen und musikalischen Kunst.

 

Dürer_Melancholia
Albrecht Dürer „Melancholia“, via Wikimedia Commons

Auf dieser Webseite geht es mir darum, öffentlich über bestimmte Motive und Anliegen dieser Tradition nachzudenken. Ich mache das hier – wie gesagt- vor allem anhand von Goethes Faust und Rudolf Steiners „Vier Mysteriendramen„. Denn diese Werke berühren mich schon sehr lange und nachhaltig, sowohl als Literatur als auch in der Bühnenaufführung, vor allem am Goetheanum. Durch meine Verbundenheit mit der Goetheanum-Bühne durfte ich mit verschiedenen Regisseuren und teils mit den Darstellenden dramaturgische Gespräche zu diesen Werken führen. Seit 2014 wirke ich an den Vorbereitungen zur ungekürzten Gesamtaufführung von Faust 1+2 zu Ostern 2016 am Goetheanum mit.