Erkenntnisweg

„Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg“ und einen Weg kann man auf verschiedene Weise und mit verschiedenen Mitteln gehen oder fahren.

Mein Gehen des Weges ist und war von Anfang an ein Gehen mit dem wirksamen Wort. Auf Sanskrit heisst diese Art des Gehens oder Fahrens Mantrayana. In diesem Leben begann mein Weg mit 13 Jahren als ich selbständig im Neuen Testament zu lesen begann und diese Worte auf mich wirken und mich zu Erfahrungen anregen liess. Dann kamen Dichtungen und eine Weile das Daodedjing von Laotse dazu. Über Erfahrungen kam ich zu den Arbeiten von  Rudolf Steiner. Zuerst zu seinen Mysteriendramen. Mit Arno Gruen bin ich der Meinung, das Dichtungen die vollständigste Art sprachlicher Äusserungen sind. Nur Mantren sind noch umfassender, sprechen aber nicht mehr vor allem zum Alltagsbewusstsein. Seine „Vier Mysteriendramen“ sind sowohl Dichtung wie eine Quelle mantrischer Sprache.

Im Mantrayana sind lebendige Wiederholungen sehr wichtig.  Und so habe ich auch einige der Mantren und Sprüche von Rudolf Steiner mindestens ein paar tausend Mal laut oder leise und vor allem halblaut wiederholt und arbeite mit einigen auch weiterhin auf diese Art. Zum Beispiel mit der Grundsteinmeditation. Um die Kraft des Grundsteinspruchs in sich zu verankern wäre es gut, zum Beispiel ein Jahr wenn möglich 3 x täglich den Grundsteinspruch halblaut und aktiv empfindend zu praktizieren und dann weiterhin in sich lebendig zu halten. Ich selber habe das neun Jahre so praktiziert, um den Grundsteinspruch tief in mir zu verankern.

Als Einstieg in die Arbeit mit dem ganzen Spruch habe ich die Anregungen von Rudolf Steiner befolgt, zunächst nur die von ihm vorgeschlagenen Teile auf die Woche verteilt zu üben. Arbeitsweise und die Teilübungen habe ich von Friedrich Hiebel übertragen erhalten. Friedrich Hiebel war einer der Teilnehmenden der Weihnachtstagung 1923, an der Grundsteinspruch und Arbeitsweise vermittelt wurden.

Seit der intensiveren Einübungszeit belebe ich die Grundsteinmeditation nach eigenem ermessen und nutze sie in freier Form für die Meditation und Kontemplation. Persönlich ergänze ich diesen Weg mit Visualisierungen, zum Beispiel mit den Glasfenster-Motiven oder dem Menschheitsrepräsentanten oder durch das Miterleben insbesondere der „Vier Mysteriendramen“ von Rudolf Steiner.

Es gibt natürlich auch andere Arten den Erkenntnisweg zu gehen.

Quelle: www.anthrowiki.at Lizenz CC
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