Friedrich Hiebel

Einer meiner Lehrer und Freunde war Prof. Dr. Friedrich Hiebel (1903-1989), persönlicher Schüler von Rudolf Steiner, langjähriger Leiter der Wochenschrift Das Goetheanum und Vorstand der Allgemeinen Anthroposohischen Gesellschaft am Goetheanum in Dornach.

Von Herbst 1988 bis Herbst 1989 verbrachte ich ein sehr angeregtes und unvergessliches Jahr als Gast in seinem Haus in Dornach. Nicht nur haben wir regelmässig praktisch alle seine Tätigkeiten als aktiver Vorstand am Goetheanum besprochen, sondern auch an Werken Rudolf Steiners gearbeitet . Zudem hat er mit mir seine persönlichen Erfahrungen im Umgang mit dem von ihm sehr bewunderten aber auch ganz menschlich erlebten Rudolf Steiner besprochen, den er sehr jung kennen lernte. Als Rudolf Steiner 1925 starb war Friedrich Hiebel erst 22. So alt wie ich als ich zum ersten Mal nach Dornach kam. Er aber hatte in diesem Alter schon 6 Jahre wertvolle Anregungen, Übungen und Aufgaben von diesem besonderen Menschen erhalten.

Friedrich Hiebel hat mir – sinngemäss – zwei Sätze gesagt, bei denen er betonte, ich solle sie nie vergessen.

1. Den richtigen Umgang mit Anthroposophie erkennt man an sich selbst und anderen daran, dass sie einem hilft, in jeder Hinsicht gesünder, authentischer und realistischer zu werden.

2. Rudolf Steiner hat sich nie selbst kopiert.

Daraus habe ich für mich zwei Lehren gezogen:

A. Achte auf deine Krankheit, denn sie ist dein Lehrer.

B. Wenn ich mir Rudolf Steiner zum Vorbild nehme, dann heisst das, dass ich weder ihn noch mich jemals kopiere, sondern immer neu begreife und weiter entwickle.

Friedrich Hiebel (Autorenfoto)
Friedrich Hiebel (Autorenfoto: Verlag Freies Geistesleben)